Minecraft Education: Tops & Flops Teil 1: Tops

In meinem Projekt Minelearning beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem Einsatz des Games Minecraft im Unterricht. Ein paar allgemeine Sachen hast du wahrscheinlich bereits auf der Projektseite gelesen. In diesem Blogeintrag möchte ich etwas konkreter auf die Vor- und Nachteile von Minecraft Education eingehen. Diese Aufzählung ist rein subjektiv und nicht abschliessend, sie basiert auf meiner Erfahrung nach einem Jahr regelmässigen Einsatzes des Games mit verschiedenen Klassen auf der Oberstufe:

Vorteile

  • Verfügbarkeit & Kosten
    Wenn deine Schule einen aktuellen Office365 Plan hat, kannst Du, deine Lernenden und alle anderen an Deiner Schule das Tool ohne Zusatzkosten nutzen. Wenn du dir nicht sicher bist, probiere es einfach aus, lade das Spiel unter folgendem Link herunter und versuche dich mit deinem Schulaccount einzuloggen: Download | Minecraft: Education Edition
    • Immersion & Tiefe
      Durch die Ich-Perspektive sieht man die Lernwelt durch die eigenen Augen. Die meisten Lernenden tauchen sofort in die Welt und die damit verbundenen Aufgaben ein. Die Grundmotivation ist extrem hoch, selbst bei abstrakten Aufgaben bleiben sie konzentriert. Die Konzentration beschränkt sich dabei nicht nur auf die Lernwelt, sondern auch auf die Handlungen im Klassenzimmer. Sei dies das Anfertigen von Notizen, Lösen von Aufgaben im Begleit-Dossier oder das Besprechen mit KollegInnen.
  • Gestaltungsfreiheit & Vielfalt

Die ganze Spielewelt besteht aus Blöcken, die frei platziert und zerstört werden können. Alleine dies ermöglicht bereits eine nahezu unbegrenzte Gestaltungsfreiheit deiner Welten. Dir stehen dabei hunderte Materialien, Pflanzen und Tiere zu Verfügung, die du beliebig platzieren und kombinieren kannst. Aber das Beste kommt noch:

  • Möglichkeiten & Interaktivität

Du kannst die Welt in Minecraft nicht nur optisch frei gestalten, durch den CodeBuilder kannst Du auch alle möglichen Prozesse innerhalb dieser Welt programmieren. Dies ermöglicht die Erstellung von interaktiven Simulationen zu allen möglichen Themen. Damit hast du ein Instrument in der Hand, neben dem jedes Arbeitsblatt wie ein Relikt aus dem Mittelalter wirkt. Beispiel: Statt deinen Lernenden einen Text auszuteilen, der die Wichtigkeit der Biodiversität erklärt, lässt du deine Lernenden die Biodiversität einer Welt selber erleben und die Folgen ihrer Handlungen beobachten.

  • Virtualität & Realität

Da sich die Lernenden in Minecraft in einer virtuellen Welt bewegen und dort auf eine Weise miteinander interagieren, welche Lehrpersonen in der Regel sonst nicht mitbekommen, tut sich ein für die Zukunft grundlegend wichtiges Lernfeld auf: Wie verhalte ich mich in virtuellen Räumen? Gibt es auch hier Regeln an die man sich halten muss? Worin liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen virtueller und natürlicher Realität? Beispiel: Zu Beginn nutzen Lernende ihre Freiheit in den Lernwelten sehr exzessiv, in dem sie beispielsweise die Arbeiten von anderen Lernenden sabotieren oder zerstören. Dabei würden sie im Klassenzimmer nie auf die Idee kommen einer Pultnachbarin einfach so ihr ausgefülltes Arbeitsblatt zu zerreissen. Solche Dinge mit Lernenden zu reflektieren ist hochinteressant und zeigt, wie wichtig es ist, sie für Handlungen im virtuellen Raum zu sensibilisieren und gezielt Bewusstsein dafür zu schaffen.

Ich könnte hier noch etliche andere Vorteile aufzählen, aber bevor ich Euch mit meiner Begeisterung langweile, möchte ich im nächsten Beitrag auf ein paar Nachteile zu sprechen kommen.